Journaling-Übungen für den Einstieg in die Schattenarbeit

Offenes Journal mit Füllfederhalter als Symbolbild für Schattenarbeit-Übungen

Journaling ist eines der einfachsten Werkzeuge der praktischen Schattenarbeit: kein Vorwissen nötig, keine Anleitung durch Dritte, nur ein Stift, Papier und ein paar Minuten Zeit. Die folgenden sieben Impulse eignen sich für den Einstieg und lassen sich beliebig oft wiederholen.

Sieben Fragen für den Anfang

1. Welche Reaktion bei anderen Menschen stört mich in letzter Zeit am meisten – und was genau löst das in mir aus?

2. Wann habe ich zuletzt über mich selbst erschrickt oder mich für eine Reaktion geschämt?

3. Welche Eigenschaft würde ich niemals an mir selbst zugeben, obwohl sie vielleicht doch vorhanden ist?

4. Wiederholt sich in meinen Konflikten ein bestimmtes Muster? Welches?

5. Was hätte ich als Kind gebraucht zu hören, aber nie gehört?

6. Wofür bewundere ich andere Menschen besonders stark – und was sagt das über meine eigenen unterdrückten Wünsche aus?

7. Wann fühle ich mich am wenigsten „ich selbst“ – und in wessen Gegenwart passiert das am häufigsten?

So nutzt du diese Fragen richtig

Wichtig ist, beim Schreiben nicht zu bewerten oder zu zensieren. Schattenarbeit funktioniert nur, wenn ehrliche, auch unbequeme Antworten Platz haben. Es geht nicht darum, sich selbst schlechtzumachen, sondern genau hinzusehen, ohne sofort zu urteilen.

Ein realistischer Rhythmus: eine Frage pro Woche, jeweils fünf bis zehn Minuten am Stück schreiben, ohne den Stift abzusetzen. Nach ein paar Wochen zeigen sich meist erste wiederkehrende Muster – der eigentliche Ausgangspunkt für tiefere Schattenarbeit.

Was als Nächstes hilft

Sobald erste Muster sichtbar werden, lohnt sich der Blick auf Archetypen wie den Helden, den Weisen oder das Kind – sie helfen dabei, das Gesehene besser einzuordnen. Genau darum geht es im nächsten Grundlagenbeitrag.

Weiterlesen: 5 Anzeichen, dass dein Schatten spricht

Was, wenn mir keine Antwort einfällt?

Es ist völlig normal, wenn beim ersten Versuch keine klare Antwort kommt. Schattenarbeit funktioniert nicht auf Knopfdruck. In solchen Fällen hilft es, die Frage einfach ein paar Tage stehen zu lassen und im Alltag beiläufig darüber nachzudenken – oft taucht die Antwort dann in einem unerwarteten Moment auf, etwa beim Autofahren oder kurz vor dem Einschlafen.

Wichtig ist auch: Es gibt keine „richtige“ oder „falsche“ Antwort. Journaling in der Schattenarbeit ist kein Test, sondern ein offener Dialog mit sich selbst, bei dem Unsicherheit und Widersprüche ausdrücklich erlaubt sind.

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